
Babyschwimmen
Ab wann ist Babyschwimmen möglich?
Hierzu findet man unterschiedlichste Angaben. Gelegentlich liest man , dass Babyschwimmen bereits ab allerfrühestens 8 Wochen möglich ist. Ein ehemalig Frühgeborenes sollte dementsprechend älter sein. In den meisten Babyschwimmkursen wird eine Altersempfehlung angegeben.
Wichtig ist, dass das Kind zum Zeitpunkt des Schwimmkurses gesund und fieberfrei ist.
Nach einer Impfung sollte man ca 1-2 Tage vergehen lassen, bevor man wieder am Schwimmkurs teilnimmt. Nach der 1. Rota-Impfung ist es sinnvoll 2 Wochen zu warten, da einige Babys in dieser Zeit Viren ausscheiden und diese so ins Badewasser gelangen könnten.
Wie lange sollte man im Wasser bleiben?
Im Allgemeinen wird man ca 10-30 min. im Wasser bleiben. Die Dauer bestimmt jedoch ihr Kind.
Es ist Zeit aus dem Wasser zu gehen, wenn ihr Kind unruhig wird oder weint, spätestens wenn die Lippen bläulich oder die Hände blass wirken. Wenn ihr Kind Nähe und Wärme sucht und sich weniger bewegt, sollte auch ans Aufhören gedacht werden.
Nach dem Baden sollte man das Kind zügig trocknen und wärmen, evtl. kann eine Mahlzeit angeboten werden.
Welche Anforderungen werden an das Schwimmbad gestellt?
Lufttemperatur in der Schwimmhalle: ca. 30°C
Wasser-Temperatur: mind. 30-34°C
Das Badewasser sollte keimfrei sein und Trinkwasserqualität haben.
Das Wasser darf gechlort sein – es sollte jedoch nicht sehr chlorig riechen (siehe „Risiken“)
Kleine Gruppen sind empfehlenswert, es sollten sich – gerade zu Beginn nicht zu viele Menschen im Wasser aufhalten.
Was sollte man mitnehmen?
Schwimmwindeln und Windeln für danach, Badehose, einige frische/trockene Handtücher, rutschfeste Badeschuhe, Babynahrung, evtl. ein Fön, evtl. einen Bademantel, evtl. Wasserspielzeug, evtl. Schwimmhilfen (Schwimmflügel ab ca 1 Jahr, Schwimmscheiben für Kinder unter 1 Jahr)
Was sind die Vorteile?
Im Besten Falle: Gewöhnung ans Wasser und ein positives gemeinsames Eltern-Kind-Erlebnis, sowie Entspannung, die motorische Entwicklung und der Gleichgewichtssinn kann gefördert werden, es werden neue Reize gesetzt (Temperatur, Nässe, Auftrieb, …). Üblicherweise sind die Kinder nach dem Schwimmkurs müde und schlafen recht gut
Gibt es Risiken?
Es kann passieren, dass Kinder Angst vor dem Wasser haben oder entwickeln.
Es besteht ein leicht erhöhtes Infektionsrisiko v.A. durch Verschlucken von Wasser (Magen-Darm-Infekte) aber auch andere Infektionen (z.B. Gehörgangs-Entzündungen)
Ein weiteres Risiko besteht in der Unterkühlung – achten Sie daher auf die Signale Ihres Kindes und trocknen es gut ab nach dem Baden.
Babyschwimmkurse können Ertrinkungsunfälle nicht verhindern!
Ein erhöhtes Asthmarisiko bei Kindern, die an Babyschwimmkursen teilnehmen wird kontrovers diskutiert. Das Asthmarisiko wird durch eingeatmete Chloramine erhöht. Diese entstehen durch Kontakt von Schweiß/Urin mit Chlor und sorgen für typischen Schwimmbadgeruch. Der (Tri)chloramin-Gehalt sollte unter 0,2mg/m³ liegen – es sollte nicht „chlorig“ riechen.
Bei stark Allergie-gefährdeten Kindern sollte evtl. erst ab dem 2. Geburtstags mit dem Schwimmen in der Schwimmhalle begonnen werden.
Wie kann man sein Kind auf den Kurs vorbereiten?
Zu Hause vor dem 1. Schwimmkurs kann man bereits einiges üben, um das Kind auf den bevorstehenden Kurs vorzubereiten: z.B. Wassergewöhnung in der Badewanne bei 37°C, mit Körperkontakt zur Bezugsperson. Dann die Wassertemperatur langsam von Mal zu Mal absenken. Evtl. kann man auch das Duschen üben, denn auf das Duschen reagieren die Kinder sehr unterschiedlich.
Direkt vor dem Schwimmen ist es besser, das Kind nicht einzucremen, da die Haut sehr rutschig werden kann, und sie Ihr Baby nicht mehr so gut halten können.
Die letzte Mahlzeit sollte ca. 1 Stunde vor dem Baden eingenommen werden. Das Baby sollte ausgeruht sein.
Im Schwimmbad braucht das Baby etwas Zeit sich an die neue Umgebung zu gewöhnen. Am Anfang kann man sich z.B. nur an den Rand setzen, bis das Baby von sich aus Interesse am Wasser zeigt.
Darf das Baby untergetaucht werden?
Nein – Untertauchen wird allgemein nicht empfohlen. Nur das selbst bestimmte Untertauchen durch das Kind kann vorsichtig versucht werden.
An dieser Stelle ist zu erwähnen, dass jedes Kind über den Atemschutzreflex/Atemanhalte-Reflex verfügt. Dieser Reflex bewirkt, dass das Kind beim Eintauchen ins Wasser die Luft anhält. So wird verhindert, dass Wasser verschluckt oder eingeatmet wird. Dieser Reflex erlischt individuell sehr unterschiedlich: bei manchen Kindern bereits innerhalb der ersten Lebenswochen, bei anderen erst nach Monaten. Daher bietet er keinen zuverlässigen Schutz vor dem Ertrinken.
Hiervon unterscheiden sich zwei weitere Reflexe:
– Tauchreflex: er besteht lebenslang und bewirkt eine Anpassung des Kreislaufs beim Tauchen (Puls wird langsamer,)
– Stimmritzenreflex: er besteht lebenslang und bewirkt einen Stimmritzenkrampf, wenn Flüssigkeiten oder feste Stoffe in die Atemwege gelangen
Anmerkung:
Babyschwimmkurse bietet keinen Schutz vor Ertrinkungsunfällen!
Schwimmunterricht ist frühestens ab 3 Jahren möglich – Korrektes Schwimmen lernen Kinder frühestens mit 4-5 Jahren.